Dirndl – ein Muss für jede Frau

Dass das Dirndlkleid ein österreichisches sowie bayerisches Trachtenkleid ist, das wissen Sie mit Sicherheit. Aber wissen Sie auch, wie es überhaupt zu dieser Tracht gekommen ist und warum es eine derart lange Tradition hat? Nein?

Dann sollten Sie sich diese Informationen nicht entgehen lassen.

Der Begriff Dirn ist der Ursprung für die Trachtenbezeichnung Dirndl. Es ist eine Sprachvariante von Dirne, die grundsätzlich ein junges Mädchen bezeichnet. Auch die Verbindung zum Wortwandel Prostituierte wird mit Dirne erkannt.

 

Dies hat jedoch mit der Trachtenmode nichts zu tun, denn es ist eher eine neuzeitliche Sprachentwicklung. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde als Dirn auch eine Magd bezeichnet, die in der Landwirtschaft beschäftigt war. Sie war keine Bäuerin, sondern eher ein Dienstbote und von niederem Stand. Die Dienstmädchen mussten eine besondere Kleidung tragen, um zum einen erkannt zu werden und zum anderen, um eine Arbeitskleidung zu haben. Das Dirndlgewand mit Schürze war dieses Gewand und wird heute nur noch schlicht und kurz als Dirndlkleid bezeichnet.

Das Dirndlkleid, welches es heute auf dem Markt zu finden gibt, hat jedoch mit der eigentlichen regionalen Volkstracht nichts zu tun. Eine wirklich historische Tracht zeigt sich in unterschiedlichen Schnitten und Farbkombinationen sowie Ausstattungen, die ganz besondere Merkmale aufweisen. Auf diese Art und Weise konnte anhand des Dirndls die Trägerin einer ganz bestimmten Region und einer entsprechend sozialen Schicht zugeordnet werden. Das heute bekannte Kleidungsstück ist zwar durch diese vielen Merkmale geprägt, lässt jedoch keinen regionalen Bezug zu.

 

Im Ersten Weltkrieg wurde das Dirndl zu einem Renner

 

Ganz zu Beginn der Entstehungsgeschichte war die Tracht ein Modephänomen aus der Stadt. Zwischen 1870 und 1880 entdeckte die betuchte Oberschicht das schlichte Dienstbotenkleid und machte es zu einem Sommerkleid. Durch die Erfindung des Kleides wurde ein wichtiger Ausgangspunkt für das Verständnis von der alpenländischen Tracht hervorgerufen. Das Dirndl war zur damaligen Zeit eine sehr günstige Alternative zu den historischen Trachten, die im Gegensatz unglaublich aufwendig und mit kostbaren Stoffen und Stickereien hergestellt wurden.

Viele Frauen konnten sich solch eine Ausführung einfach nicht leisten. Im Ersten Weltkrieg wurde das Dirndlkleid zu einem Renner. Zu Zeiten des Nationalsozialismus wurde daran gearbeitet, dass diese Tracht eine Urtracht sei und daher wurde das Verbot ausgesprochen, dass Juden und fremdländische Menschen eine solche Tracht tragen durften. So fielen oft die Begriffe wie:

  • sauberes Dirndlkleid,
  • saubere Urtracht,
  • die Tracht muss sauber bleiben,
  • befreit von Unrat.

Doch waren es eigentlich die Juden, die eine lückenlose Dokumentation zu dieser Tracht erstellten. Im Dritten Reich wurde dann eine neue Dirndltracht konzipiert, welche von einer Trachtenforscherin namens Gertrud Pesendorfer durchgeführt wurde. Sie hatte in dieser Beziehung keinerlei Ausbildung, wurde jedoch vom Tiroler Volkskundemuseum die Geschäftsführerin.